Die ausdauernde Schöne – Bellis perennis oder einfach «Gänseblümchen»

Wer kennt es nicht, das kleine weiss-gelbe Blümchen, das bestimmt eine der ersten Pflanzen war, welche wir in der Kindheit benennen konnten – das Gänseblümchen oder Geisseblüemli wie wir es hier in der Schweiz nennen.

Viele haben als Kind wohl unzählige kleine Sträusschen gepflückt, Kettchen gebastelt oder die weissen Zungenblüten gezupft und dazu sinniert «mag er/sie mich, mag er/sie mich nicht?». Dabei bietet die kleine Pflanze noch viel mehr.




Gänseblümchen / Bellis perennis

Der botanische Name des Gänsblümchens, «Bellis perennis» ist vom lateinischen «Bellus» = schön, «per» = durch und «annus» = das Jahr abgeleitet. Dies, weil es fast das ganze Jahr über blüht.

Das Gänseblümchen ist in ganz Europa beheimatet und wächst auf Wiesen, im Garten und an Wegrändern. Gänse- oder auch Geisseblüemli wird es genannt, weil es besonders gern auf Wiesen wächst, welche regelmässig von Gänsen oder Geissen geweidet werden und der Wuchs so kurz gehalten wurde. Heute übernimmt diese Arbeit der Rasenmäher.


Die kleine Pflanze ist sehr zäh und widerstandsfähig und richtet sich selbst nach hartem Frost und Trittschäden wieder auf. Die Blätter sind oval, leicht gestielt, behaart und bilden eine Blattrosette, welche dicht am Boden wächst.

Der Blütenstängel wird ca. 15 cm hoch, ist ebenfalls fein behaart, blattlos und rund. Am Ende des Stängels sitzt das gelbe Blütenköpfchen, umrandet von weissen, zarten Zungenblüten. Die Blüten richten sich nach dem Sonnenschein und schliessen sich abends und bei Regen. Das Gänseblümchen ist sehr blüh freudig, blüht fast das ganze Jahr über.



Magie und Heilwirkung


Das Gänseblümchen wurde schon von den Germanen verehrt und der Göttin Freya (der Göttin der Liebe und Schönheit) gewidmet. Später wurde sie durch die Christianisierung der Heiligen Maria zugesprochen. Die Heilwirkung des Gänseblümchens wurde schon sehr früh geschätzt. Im Mittelalter wurde es als «Wundkraut» bei schlecht heilenden Wunden verwendet, bei Gelenkschmerzen und sogar Knochenbrüche soll es heilen können. In der Volksheilkunde wird es bei festsitzendem, verschleimtem Husten verwendet, zur Stoffwechselanregung bei Frühjahrsmüdigkeit und -Kuren und zur Unterstützung bei Hautleiden wie Ekzemen. Auch bei Kindern wird es gerne bei Verdauungsstörungen verwendet.

Die Heilkräfte es Gänseblümchens sind den zahlreichen Inhaltsstoffen zuzuschreiben. So enthält die Pflanze Saponine (schleimlösend), Flavonoide (wundheilend und entzündungshemmend), Gerb- und Bitterstoffe (Stoffwechsel- und Verdauungsanregend) sowie Mineralstoffe und Vitamin C.





Ernte und Anwendung

Die Hauptblütezeit ist zwischen April und September. Geerntet werden kann die Blüte wie auch die Blätter.

Frisch verwendet ist das Gänseblümchen sehr schmackhaft in der Küche und die Blätter und Blüten wirken sehr dekorativ. Es kann in Salaten und Suppen verwendet werden und liefert dabei mehr Vitamine und Mineralien als mancher Salat aus dem Supermarkt. Kinder kann man mit einem Butterbrot mit Blüten oder einem Gänseblümchensirup begeistern.

Die Blüten kann man sehr gut trocknen und für Tee verwenden. Dabei sollten sie möglichst schonend geerntet und schnell an einem schattigen Ort getrocknet werden.


Rezepte

Gänseblümchensirup

2 Handvoll Gänseblümchenblüten, -knospen, und-blätter

5 dl Wasser

500 g Zucker


Blüten, Knospen und Blätter gut mit dem Wasser übergiessen und zugedeckt über Nacht ziehen lassen.

Durch ein Sieb oder Passiertuch abfiltern, in einer Pfanne mit dem Zucker gut aufkochen und heiss in saubere Flaschen abfüllen.

Dunkel und gekühlt ist der Sirup 3-4 Monate haltbar. Er wirkt als Hustensirup (3 x täglich 1 TL) und kann auch gut für Desserts oder zum süssen von Getränken wie Tee verwendet werden.

Gänseblümchentee (zur inneren und äusserlichen Anwendung)

1 TL Gänseblümchen mit 2,5dl heissem Wasser übergiessen und zugedeckt 10 Minuten ziehen lassen. Evtl. mit Honig süssen. Der Tee wirkt bei verschleimtem Husten und unterstützt die Entschlackung.

Äusserlich kann der Tee als Umschlag bei schlecht heilenden Wunden, kleinen Schürfwunden zur Wundheilung angewendet werden. Bei Hautleiden wirkt der Tee juckreizlindernd und entzündungshemmend.




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