Festgewand im Frühling, blutrot im Herbst und zu alledem eine kraftvolle Heilpflanze - der Weissdorn

Nun präsentieren sich die Waldränder und Hecken wieder in einem zarten grün und zwischendurch leuchtet uns eine weisse Blütenpracht entgegen. Der Weissdorn ist wieder am blühen und verströmt dabei seinen ganz speziellen Duft, welcher eng verbunden ist mit seiner kraftvollen Heilwirkung. Der Weissdorn ist die Schutzpflanze für Haus, Hof und das Herz.



Weissdorn - Crataegus monogyna /-laevigata (ein- oder zweigriffliger Weissdorn)


Der deutsche Name wird von den schneeweissen Blüten abgeleitet. Der botanische Name „Crataegus“ entstammt dem griechischen „kratos“, was Härte bedeutet und sich auf das harte Holz bezieht. Früher wie auch heute noch werden gerne wegen seiner Robustheit Wanderstöcke aus Weissdornholz hergestellt. Die sprachliche Ableitung Hagedorn kommt von Hagezussa, was Heckensitzerin bedeutet und mit dem Namen der Hexe verwandt ist. Daher wurden die Zweige des Weissdorns über Türen als Schutz vor möglicher Verhexung, zur Abwehr von Krankheiten aufgehängt und als Hecke zur Abgrenzung von Weiden gepflanzt. Nach christlicher Überlieferung bestand die Dornenkrone von Jesus aus Weissdorn. Im Mittelalter wurde der Weissdorn als Mittel bei Vergiftungen, Gicht, allgemeiner Schwäche und bei Schwindel eingesetzt. Erst in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts wies ein irischer Arzt auf die Wirkung bei verschiedenen Herzleiden hin.



Botanik


Der Weissdorn (ein- oder zweigrifflig) ist ein Strauch oder Baum mit einer Wuchshöhe von bis zu 10 Metern. Die Blätter sind mehrfach fiederartig gelappt. Die Blüten sind weiss und 5 zählig. Die Blütezeit ist von Ende April bis Ende Mai. Die Blüten erscheinen nach den Blättern. Im Herbst trägt der Weissdorn kleine scharlachrote Früchte, haben innen einen Steinkern und wachsen in Büscheln.

Der Weissdorn ist in Europa, dem östlichen Mittelmeerraum, Nordafrika, Südwestasien und Nordamerika beheimatet. Er wächst in Gebüschen, Laubwäldern, Hecken und an Zäunen. Er ist auf allen Bodenarten zu finden, bevorzugt jedoch eher schwere, kalkreiche Lehmböden. Im Garten ist der Weissdorn eine wertvolle Bienen- und Insektenpflanze und liebt sonnige Standorte. Er verträgt sehr gut Rückschnitte.



Ernte und Anwendung


Verwendet wird das Blatt und die Blüte, welche ab Ende April bis Ende Mai geerntet werden.

Ab September sind dann die roten, mehligen Beeren reif.


Der Weissdorn ist die Pflanze für das Herzen. Die Blätter und Blüten enthalten Flavonoide, Gerbstoffe und vor allem Oligomere Procyanidine (auch Proanthocyanidine genannt = OPC) und Biogene Aminoide (verantwortlich für den speziellen Duft der Blüten).

Diese Inhaltsstoffe wirken grundsätzlich stärkend und verbessern die Durchblutung der Herzkranzgefässe, was bewirkt, dass die Sauerstoffversorgung des Herzens erhöht und so die Durchblutung des Herzmuskels verbessert wird. Weissdorn entspannt auch die Gefässe und wirkt dadurch Blutdruck regulierend. Er unterstützt auch Herzbeschwerden, welche aufgrund von Unruhe, Angst, Nervosität und Depressionen enstehen.


Weissdorn kann unbedenklich über mehrere Monate und Jahre, auch als Vorbeugemittel, eingenommen werden und verträgt sich auch sehr gut mit (synthetischen) Medikamenten. Der Weissdorn wirkt nachhaltig; die Wirkung setzt langsam ein, erst nach einigen Wochen, dafür hält sie aber noch lange nach dem Absetzen an.

Wichtig: Der Selbstbehandlung von Herzkrankheiten sind Grenzen gesetzt! Suchen Sie unbedingt einen Arzt auf, wenn Ihre Beschwerden länger als sechs Wochen anhalten und sich Flüssigkeit ansammelt. Auf jeden Fall sofort reagieren, bei Atemnot und Schmerzen in der Herzregion, welche ausstrahlen.



Rezepte


Weissdorn-Tinktur


100 g frische Blätter und Blüten

200 ml Trinkalkohol 60% (Ethanol)


Blätter und Blüten fein hacken und in einem Mörser mit ganz wenig Alkohol fein zerreiben. Je feiner, um so besser kann der Alkohol die Wirkstoffe aus dem Pflanzenbrei herauslösen. In ein dunkles, weithalsiges Glas abfüllen und mit dem Alkohol auffüllen. Glas verschliessen und an einem dunklen Ort bei Raum-temperatur ziehen lassen. Den Ansatz täglich rühren. Nach ca. 2-3 Wochen die Tinktur durch einen Kaffeefilter abfiltern und in dunkle Fläschchen oder ein Glas abfüllen und beschriften.


Dosierung: 3-mal täglich 10-20 Tropfen der Tinktur einnehmen. Zur Stärkung des Herzens nach Grippeerkrankungen oder Infektionskrankheiten, bei leichter Herzschwäche, Durch-blutungsstörungen und "seelischem Herzschmerz".


Weissdorn Tee bei nervösen Herzstörungen


25 g Weissdornblätter / -blüten

25 g Melissenblätter

25 g Rosenblätter

25 g Baldrianwurzel


Alles gut mischen.

Pro Tasse 1 TL der Mischung mit heissem Wasser übergiessen, zugedeckt 10 Minuten ziehen lassen. 6 Wochen lang 3-mal täglich 1 Tasse trinken.



Heilpflanzenkalender 2020

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